Nachtrag: Küken-Fundvogel-Zeit !

Dazu wichtig zu wissen! Jetzt fängt ja wieder die Brutsaison an, wo viele Menschen Jungvögel aufheben, weil sie ihnen helfen wollen. Besser: Liegenlassen, bitte nur aus unmittelbarer Gefahr entfernen. Sich dann beispielsweise telefonisch beim NABU informieren, ob etwas zu tun ist! Dann (Hilfe holen) das Jungtier zurück ins Nest setzen oder in eine Auffangstation bringen, bei Verletzungen in die Wildtierklinik.

ICH würde mir eine Aufzucht bei kaum einer Art zutrauen, denn:

1. die Tiere lernen das überlebenswichtige Verhalten nur von ihren Eltern! 2. es müssen sehr viele Dinge bei der Nährstoffzufuhr beachtet werden! Einfach Irgendwas zu füttern kann für das Federkleid oder die Knochen/ andere Organe schwere Schädigungen bedeuten, das geht bei kleinen Vögeln schnell! Und dann hat man das Leben des kleinen Schützlings möglicherweise zerstört.

Selbst WASSER zu geben kann unter ungünstigen Umständen tötlich sein, denn bei vielen Arten sind Luftröhre und Speiseröhre nicht beim Schlucken getrennt, man kann die Tiere mit der Hand also ersäufen! Manche Arten trinken auch gar nicht.

Da sitzen die beiden Turmfalken in der Birke an meinem Haus 🙂

Der Natur tut man meines Erachtens am meisten Gutes, indem man sie intakt hält oder wiederaufbaut! Nicht, indem man zwanghaft verletzte/kranke Tiere aufzupäppeln versucht. Das kann das Tier außerdem so zahm machen, dass es auf sich allein gestellt alsbald von einem Prädator erlegt wird.

Das habe ich beim NABU auch mehrfach erlebt und es ist total bekloppt: die Finder eines schwachen Kükens, in jenem Fall ein Sperling, regten sich furchtbar auf, dass man ihnen im NABU Büro (Politische Arbeit für den Artenschutz?!) das Kleine nicht abnahm und artgerecht aufzog. Dabei muss es bei seinen Eltern lernen, sich richtig zu verhalten! Seine Chancen sinken mächtig, wenn es bei Menschen womöglich noch als Streicheltier aufwächst. Diese Leute hatten den Spatz, ohne vorher Informationen einzuholen, eingepackt und verlangten dann eine Übernahme der Verantwortung. WENN man das Tier eingepackt hat, übernimmt man in dem Moment SELBER die Verantwortung. Hat man einen Urlaub geplant, kann man eben keine Tiere einsammeln.

Zudem frage ich mich, wie diese Städter sich das Leben „in der Natur“ vorstellen: Gibt es da Fressen und Gefressenwerden, Kranksein, Dürre, Kälte, Nahrungsknappheit, fehlende LEBENSRÄUME? Werden da Tiere verletzt, hungern, dürsten? Werden krank oder finden keine Nahrung? JA, überall und ständig und zuhauf! Auf jeder Wiese und jedem Waldstück passiert das und tote Tiere bieten zumindest Nahrung für andere. Aber in der Stadt scheint der Drang nach Wildtier-Rettung sehr groß zu sein. So wollen auch Katzenbesitzer Vögel retten – ähm, ihr Haustier ist ein größeres Problem… das zählt nämlich NICHT zur Natur. Die Katze tötet mehr aus Spaß Singvögel, schließlich bekommt sie schon Katzenfutter…

Leben und Tot nebeneinander: Totholz dient Vögeln als Futterquelle (da es viele Insekten nutzen, ups weg) und bietet Nisthöhlen.

Nun kann man argumentieren, die vom Menschen verschlechterten Bedingungen für die Tiere müsse man ja wiedergutmachen. Ich halte es für wenig hilfreich, ein Einzeltier einer nicht bedrohten Tierart, was jemandem unter die Räder kam, in einem für das Tier mega-stressigen Unterfangen (möglicherweise unfachmännisch) zu retten. Ich hatte aber oft den Eindruck, beim Retten der Wildtiere geht es viel mehr um die eigene Befriedigung, sich um ein bedürftiges Wesen kümmern zu können, das man ja auch sonst nicht kaufen oder anfassen kann. Und weniger um das Tier.

Nachhaltiger wäre, den Erhalt der Lebensräume selbst zu fördern! Zum Beispiel durch den einfachen Kauf von Bioprodukten! Die NORMALEN Gemüse und Tierfutter werden alle mit Pestiziden behandelt und oft mit Gülle überdüngt. Das tötet unsere heimischen Arten und vergiftet langsam das Grundwasser. Wer will denn das?

Auch die Klimaerhitzung unseres Planeten nicht durch das eigene dumme Verhalten anzuheizen, macht viel mehr Sinn, als einen gehobenen Lebensstil zu führen (…zu fliegen, täglich tierische Produkte zu konsumieren etc.) doch dann Vögel mit dem Auto zum NABU zu fahren. Absurd! 🙂 Vielleicht kann manch einer sogar Lebensraum im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten schaffen! Im Garten oder auf dem Balkon bedeuten insektenfreundliche Pflanzen und naturnahe Gestaltung nämlich sehr, sehr wertvollen Raum für Pflanzen und für Tiere. Das hilft dann vielen Individuen vieler Arten anstatt nur dem einen kranken Spatz.

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