Schöne, saubere Kladower Havel – und ein Wassersch(m)utzgebiet

Gestern machten wir, 3 warm eingepackte Wahlberliner, uns auf an die Spandauer Havel: das Ufer im Kulturpark Kladow putzen!

Das Kehrenbürger-Cleanup stand an, und weder Nebel noch Temperaturen um die 1 Grad konnten uns abhalten – es war Zeit für die Schmutzeljagd!

Es lief gut in zweierlei Hinsicht: Der Weg an der Havel, vorbei am Campingplatz und vielen kleinen, zu dieser Jahreszeit einsamen Buchten, war ganz erstaunlich sauber! Wir fanden auf 800 m dennoch genug Abfall, um die großen blauen Müllbeutel so weit zu füllen, dass sie uns schwer in den Händen wurden. Dann jedoch kam die Überraschung:

An einer Bucht fanden wir abgenagte Baumstämme vor, die offenbar von Bibern bearbeitet worden waren. Kurz davor war ein niedriger Zaun mit doppelten Maschen gezogen worden, der wohl die Tiere drin oder die Menschen draußen halten soll – doch am Zaun war eine kleine Müllkippe entstanden 😦

Hier ein Teil des Müll-Hotspots.

Es gab Müll vom Angeln, Haushaltsgegenstände und – ein halb verrostetes Bierfässchen. Doch dessen Plastik-Ausgießer war tiptop, wie neu! Meine Freundin und ich begannen mit der Arbeit… Schön war das Ufer – sandgelbes Schilf raschelte und Wasserzungen reichten bis an den Waldrand heran. Sicher ist es eine artenreiche Gegend. Sie ist auch als Wasserschutzgebiet ausgewiesen.

Wir bückten uns etwa 45 min – Schokoriegel-Folien, Flaschen, seltsame zerborstene Plastikstücke, die wir nicht einordnen konnten und viele zerfallende, zerfledderte Tüten. Dann waren die Säcke schwer und der sichtbare Müll entfernt (2 große Glasflaschen ließen wir liegen, sie werden sich dort noch 300 Jahre halten und können bis dahin noch entfernt werden). Am nächsten Mülleimer musste ich erst mal einen Teil der Ladung loswerden – der Beutel war einfach zu schwer. Wir gingen den ganzen Weg zurück, weil wir 1. ins Café wollten um uns aufzuwärmen und 2. die Müllabfuhr mit mir ausgemacht hatte, die Säcke dort an der Straße abzuholen.

Unsere Belohnung waren Tee und Kaffee und wir hatten alle drei ein gutes Gefühl: Es hatte Sinn gemacht und das Schönste ist bei so einer Aktion, nützlich zu sein. Kein Vogel wird den Mül mehr in sein Nest einbauen und den Nachwuchs durch nasses Plastik verkühlen. Keine Kröte und kein Fisch wird die Tüten und Plastebänder fressen oder sich darin verheddern, die Biber können ungestört Burgen bauen. Und wir Menschen sehen Wald statt Müll, über den die meisten sich ja ärgern. Nur so ein paar Idioten sehen noch keine Vernunft.

Beurteilung des Angebots der BSR „(K)ehrenbürger“

Hier endet die Geschichte – eigentlich. Ich will aber noch etwas zu der Ausstattung der BSR für ihre Kehrenbürger sagen, denn sie war der offizielle Unterstützer – danke!

Man kann sich bei Eintragung der Sammelaktion in den BSR-Kalender eine Ausrüstung wünschen: im Angebot sind: orange BSR-Westen mit dem Schriftzug „Kehrenbürger“, Holzgreifer, Handschuhe, Müllsäcke und Besen. Der Mode wegen hatte ich keine Westen bestellt – würde dies aber aufgrund der neugierigen Passantenblicke nächstes Mal machen! (Tue Gutes und sprich darüber, erinnerte mich meine Freundin – oder zeig’s mit deiner coolen Weste 😀 )

Praktisch ist, dass einem die Sachen nach Hause gebracht werden, was man telefonisch abspricht – obwohl die Post für Menschen, die wenig daheim sind, noch praktischer wäre. Ich hatte KEINE Müllbeutel und 4 Greifer bestellt. Es kamen 5 dicke Müllbeutel und 2 Greifer… nun ja, man nimmt, was man bekommt.

Schade finde ich hingegen, dass man die Sachen nach dem Termin wieder zurückgeben muss! Beim Besen ist mir das verständlich, aber die Greifer sehen jetzt schmuddelig aus, außerdem kann ich sie sehr, sehr gut gebrauchen! Ich werde fragen, ob ich einen behalten kann.

Der Hammer sind jedoch die Holzaufheber-Zangen: ICH hatte ja mit schnieken Profi-Aufhebern gerechnet, bei denen man sich gar nicht bücken braucht und ein Mechanismus den Händedruck in eine Zangen-Bewegung umwandelt… Dies waren aber einfach sehr große Pinzetten (auch unter dem Begriff Grillzange erhältlich 😀 ), was nichts macht, denn die funktionieren!

Man kann damit super kleine und größere Teile Unrat auflesen und macht sich nicht die Handschuhe schmutzig.

2 Kommentare zu „Schöne, saubere Kladower Havel – und ein Wassersch(m)utzgebiet

  1. Tolle Aktion und sehr schöner Bericht, auch Dank der Veranschaulichung, warum diese Aktionen so wertvoll sind! 🙂
    Echt cool dass es auch materielle Unterstützung dafür gibt (auch wenn bei der Verwaltung und Logistik scheinbar noch Verbesserungspotential vorhanden ist :D)

    1. Ja, an der Orga könnte man noch feilen, die Ausrüstung wurde dann nämlich nicht zum vereinbarten Zeitpunkt abgeholt (und ich hatte bis zur letzten Minute morgens mit dem Losgehen zur Arbeit gewartet) Bei einem Anruf wurde mir dann mitgeteilt, sie würden nun auf die wenigen Dinge verzichten… Nun habe ich die Holz-Aufheber doch behalten 😀 Es wäre auch schön, abbaubare Müllbeutel zu bekommen, weil ich nicht noch mehr Plastikmüll verantworten will, aber das ist wohl doch zu viel verlangt.

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