Die Ehrenhaften und der [Ehr]ger

©S. Brüning

Unsere K(E)hrenbürger-Aktion ist eingetragen. Am übernächsten Samstag gehen wir an die vermutlich schönste Uferstelle der Havel und – schnappen uns den Müll!

Hier ist die Aktion zu finden und man kann sich direkt zum Mitmachen eintragen (bitte!): http://www.kehrenbuerger.de/16828.php

Ansonsten habe ich festgestellt, dass die BSR manchmal nicht ihren Job macht. Das hatte ein Mitglied der „Aufheber“-Gruppe (facebook) bereits angedeutet… besser gesagt, hat er seine jahrelange Mühe und Enttäuschung voller Verdruss mit unzähligen Fotos und Beschreibungen belegt: Dass die Stadtreinigung leider nicht den gemeldeten Abfall auf Berlins Straßen wirklich entfernt. So dokumentierte er über Jahre hinweg, dass Sperrmüll, Hundedreck oder kaputte Mülleimer nicht vollständig entsorgt wurden. ODER dass die BSR nicht einmal sondern 2 mal zur selben Stelle fuhr, um ein Häuflein Müll zu entfernen, was dann gern 1 bis 1 1/2 Jahre dauert!

Nun ist die BSR eine Anstalt des öffentlichen Rechts: sie gehört zur „Verwaltung“, die aber selbst nicht klar definiert ist. Aber sie ist auch ein Wirtschaftsunternehmen, was Gewinn erwirtschaften will. Für jede Fahrt zum Dreck-Weg-Machen bekommt sie einen Geldbetrag… welcher das ist, verrät sie nicht, das sei (ich berufe mich auf die genannte Quelle) so pauschal nicht zu beziffern. Da fragt der Dokumentierer dieser Vorfälle zurecht, wie sie denn dann bezahlt werden kann, ohne feste Beträge?

Jedenfalls nutze ich die App „Ordnungsamt“, mit großen OA auf rot als Logo. Die soll in Berlin der heiße Draht zum Ordnungsamt sein, nicht die Müll-Weg-App, die ich bereits vorgestellt habe. Die kann man woanders gern benutzen (so sind die lokalen Verschiedenheiten eben). Und dort meldete ich zwei MÜlleimer mit verstopften Kippen-Schächten: diese kleine Öffnung vorne am MÜlleimer, da kommen die Asche und die Kippe bestenfalls hinein. Es scheint vielleicht wie ein Kinkerlitzchen – aber am S-Bahnhof Messe Nord/ICC stehen täglich HUNDERTE von Rauchern und warten auf den Bus. Viele WOLLEN ihre Kippen ordentlich entsorgen, das geht aber nicht, die Schächte sind eben total mit Asche verklebt, da ist kein Durchkommen.

Dies hatte ich kurz vor Weihnachten gemeldet und bekam eine Nummer für den Meldevorgang. TADA – letzte Woche kam eine E-Mail, die Sache sei erledigt. Ich also beim nächsten Umstieg am ICC die Mülleimer angesehen: beide verstopft. Am Boden jede Menge Kippen. Ich war erst mal wütend.

Jetzt habe ich bessere Laune, aber ich möchte mich noch nicht zufrieden geben. Ich habe dem Ordnungsamt geschrieben 🙂 (Der BSR schreibe ich das eventuell auch noch, sobald das OA mir antwortet, sie seien nicht zuständig) Hier die E-Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren!
Die per Ordnungsamt-App gemeldeten Papierkörbe mit vollen Aschenbechern (Meldung Nr etr5z5)  sind noch NICHT gereinigt. Obwohl die Meldung zurückkam, das wäre am 9.1.20 von der BSR erledigt worden. Die Raucher drücken ihre Kippe derzeit aus und sie fällt vom Ascherschacht direkt auf den Boden. (Der wurde übrigens auch nicht gereinigt) … Ich wünsche mir eine effiziente und sinnvolle Reinigung von der BSR – unterbesetzt ist diese ja schließlich nicht.  Kann das Ordnungsamt nicht bessere Arbeit von der BSR verlangen, da jede Säuberung ja schließlich auch bezahlt werden muss?
Oder haben Sie einen Vorschlag, was man als Bürger für eine Besserung tun kann? 
Die Meldungen als Ordnungsamt über Müll verlieren so jedenfalls ihren Sinn.
Mit freundlichen Grüßen
[Die Fotos schickte ich mit.]

5 Kommentare zu „Die Ehrenhaften und der [Ehr]ger

  1. Gut zu wissen, dass es derartig aufmerksame Müll-/Entmüllungsbeobachter gibt.
    Darf man den Link zu jener Aufhebergruppe auf facebook erfahren, von der Du berichtest?
    Bin sehr gespannt, was das Dir Ordnungsamt antwortet.

  2. Kurzer Hinweis zur MÜLLweg! DE App: auch die wendet sich direkt ans Ordnungsamt, in Berlin sogar ortsabhängig an das jeweilige Bezirks-Ordnungsamt: denn letztlich bereitet sie eine E-Mail direkt an das Bezirks-Ordnungsamt. Ich bin (als Entwickler von MÜLLweg! DE) aber auch ein Freund davon, „lokale“ Lösungen zu verwenden, wenn diese von den Nutzer*innen als vergleichbar angenehm empfunden werden: denn sie haben für die Verwaltung den Vorteil, dass die Meldungen nicht erst manuell in ein anderes Verwaltungssystem übernommen werden müssen.
    Das kann bei der Beseitigung Zeit sparen. Außerdem „schont“ es natürlich auch meinen Server… 😉

    Wer aber nur mit einer App unterwegs sein möchte oder sich nicht ständig umstellen möchte: Mit MÜLLweg! DE geht die Meldung auch an die „richtige“ Stelle. Und das Wichtigste: überhaupt melden! 🙂

    1. Danke Thomas Lennartz! Klar, so geht es auf jeden Fall, ich liebe die MüllWe! DE App, die städtischen Ämter wollen wohl manchmal lieber ihre eigene Lösung genutzt haben, oder ist das inzwischen gleich? Den Kommentar hatte ich aus Versehen bis jetzt nicht freigeschaltet, Entschuldigung.

      1. Ja, den Gemeinden ist es aus verständlichen Gründen lieber, wenn man ihre eigenen Lösungen verwendet, weil die in der Regel besser in die interne Logistik der Gemeinde integriert ist. Aber rechtlich sind die Wege gleichwertig: ist der Fund erst gemeldet, muss er bearbeitet werden. De facto sind sie manchmal auf dem Weg aber „träger“. Manche zicken sogar rum, wenn sie in der Mail den „gesendet mit Unterstützung von MÜLLweg! DE“ Hinweis lesen. Wenn ich das mitbekomme, nehme ich den Hinweis in der entsprechenden Gemeinde einfach raus, und schon kann man gar nicht mehr erkennen, dass das keine persönlich mit viel Aufwand erstellte E-Mail des Absenders war… 😉

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