Müll vermeiden – nicht nur am Abfallfreitag!

Es gibt Motto-Tage für alles: sowohl einen Jogginghosen-Tag als auch einen Iss-ein-gebratenes-Insekt-Tag. Morgen ist wieder einer dieser Tage, die ich gut vertrage – (…Grüße an #Fanta4) nämlich der Abfall-frei-tag! Eingedenk der Problematik, sowohl im Büro als auch zu Hause die lästigen Verpackungen loszuwerden, habe ich mal eine Motivationsinitiative gestartet und einen kleinen Guide für mich, dich und die anderen da draußen geschrieben.

Love, Sophie

Überquellende Mülltonnen - Foto: S. Brüning

Überquellende Mülltonnen – Foto: S. Brüning

12 alltagstaugliche Strategien zur Müllvermeidung: Ob ein schnelles Mahl bei der Arbeit, Weihnachtsshopping oder worauf ihr sonst so Bock habt, OHNE die Erde zu belasten.

Für den täglichen Einkauf
Geht ihr auch gern spontan einkaufen? Dann einfach Beutel in alle wichtigen Taschen legen. Eine Papiertüte und ein Jutebeutel oder eine stärkere Plastiktüte mit ein, zwei Gemüsetütchen reichen meist für den Abstecher in den Supermarkt. Gesammelte Tüten und andere Verpackungen sollten so oft wie möglich verwendet werden. Bio-Stoffbeutel sind da keine Ausnahme: Nach 30 Einsätzen ist eine Baumwolltasche „grüner“ als Einweg-Plastiktüten, stellt eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich fest.

Aufessen
Egal ob zu Hause oder im Büro: In unseren Kühlschränken gammeln immer wieder Lebensmittel vor sich hin. Im Büro oder in der WG lohnt es sich, sie mit einem Kürzel (optimalerweise mit Anbruchsdatum) zu versehen, damit man auch noch nach ein paar Tagen weiß, was zu wem gehört und es rechtzeitig verzehren kann. Wer absehen kann, dass die Familienpackung nicht allein zu schaffen ist, kann Lebensmittel auch verschenken! Alles Überzählige kann auf foodsharing.de eingetragen werden. Einmal kurz und einfach anmelden und „Essenkörbe“ erstellen, die abgeholt werden!

Und das verpackte Frühstück und Mittagessen?
Gerade in Büros quellen Mülleimer über, weil so viele Einmalverpackungen für Nudeln, Sushi, Salate etc. anfallen. Zubereitete Speisen mitzunehmen (oder außer Haus) möglichst pflanzlich zu essen ist ein Riesen-Müllsparer! Dazu am besten am Wochenende mehr kochen & das Gefrierfach nutzen.

Bäckerei- und Döner-Lösung
Kuchen, Sandwiches und andere klebrige, triefende Sachen kann man sich in seiner eigenen Tupperdose, Eisverpackung, Keksdose oder Brotbox verpacken lassen! Wer an jedem Arbeitstag ein Teil vom Bäcker kauft, spart mit einer Box pro Jahr über 200 Papiertüten.

Na und, ist doch Papier?
Tüten sind aus Primärmaterial, nicht Recyclingpapier! Papier ist Ressourcen-intensiver als Plastik. Es benötigt viel mehr Wasser, Energie (CO2!) und Chemikalien. Umweltfreundlich ist nur, MÖGLICHST WENIG Verpackung zu nutzen! Mehr Infos? Gute Tüten, schlechte Tüten-Check der Deutschen Umwelthilfe.

Märkte und Unverpackt-Läden nutzen
In Berlin kann jeder (mit einem normalen Verdienst) einen Großteil der Lebensmittel u. a. ohne Verpackung kaufen. Schaut euch euren nächsten einfach mal an, vielleicht gefällt er euch und macht euch nachhaltig zu glücklichen Ressourcen- und Klimaschützer*innen:
Listen gibt es zum Beispiel vom OU Magazin oder der Berliner Zeitung.

Leitungswasser trinken
Wasser zu kaufen macht kaum Sinn. Das Leitungswasser in Deutschland ist gut überwacht und in Berlin sogar besonders gut. Spuren von schädlichen Stoffen bleiben weit unter den Normwerten. Selten haben Häuser noch alte Bleileitungen – diese müssen vom Eigentümer saniert werden. Für eine solche Übergangszeit sollte man auf gute Wasserfilter zurückgreifen. Sie müssen regelmäßig gereinigt werden, da sich schon nach kurzer Zeit Keime ablagern.

Kleidung, Elektrogeräte, Gebrauchsgegenstände
Ökologisch am besten ist fast immer Second Hand, Neukäufe sollte man überdenken: Es gibt viele Portale mit (fast) allen Produktkategorien.
Negativ-Beispiel: Handyverträge, die alle 2 Jahre neue Geräte frei Haus liefern. Ebenso sind billige, oft ersetzte Elektrogeräte und „Fast Fashion“, also Kleidung, die nur kurze Zeit angezogen wird, höchst schädlich für unseren Planeten. Sowie für die Menschenrechte der Arbeiter in vielen Herkunftsländern.

Und wenn es neu sein soll?
Es gibt online gute Quellen für die Bewertung und Tests von Produkten, z.B. Ökotest für den Umweltaspekt, Warentest für die Qualität.

Nachbarschaftshilfe, Tauschring und Co.
Fragt herum, bevor ihr etwas kauft, was Kolleg*innen, Nachbar*innen, Freund*innen haben. Nicht jeder braucht seinen eigenen Laubbläser, Bohrer, Campingequipment. Auch Leitern, Nähmaschinen, Werkzeug, Babyspielzeug kann geteilt oder weiter gegeben werden. Tausch- oder Leihportale sind wieder im Kommen und die Mitgliederzahlen wachsen. Schließlich lernt man dort auch hilfsbereite Menschen aus der Nachbarschaft kennen!

Sagt NEIN zu Einweg
Kaffee- und sogar Teekapseln, Miniportionen und to go-Produkte vermüllen unseren Planeten! Sie verschwenden Ressourcen extrem und schaden dem Klima. Vernunft gibt es im Verkauf nicht. Wir „müssen“ beim Kaufen selber weiter denken. Dabei ist es genauso wichtig wie schwierig, gut informiert zu sein. Suchmaschinen wie ecosia.org helfen dabei, Produktion, Inhaltsstoffe oder Alternativen für die Produkte herauszufinden.

Alles muss man selber machen!
Nö, aber manches macht Sinn, Freude und lässt sich verschenken! Zum Beispiel Wachstücher statt Frischhaltefolie und Aufstriche: Eine große Portion macht viele Plastikschalen unnötig! Habt Spaß! Man bleibt nicht dran, wenn man sich ständig einschränkt und unter Ökozwang setzt. Zusammen macht Umstellen, Herstellen und Herausfinden Freude. Überall gibt es Blogs und Gruppen, die wertvolle Erfahrungen haben und teilen wollen!

Ihr könnt zum Beispiel ein Aufheber werden. Die Initiative von Stephan von Orlow hat schon tausende Menschen dazu gebracht, täglich 3 Stück Müll aufzuheben – und es wirkt, meine Bushaltestelle ist beinah immer sauber.

Artikel veröffentlich beim NABU Berlin unter: https://berlin.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/recycling/27253.html

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