World Cleanup Day – Weg mit Berlins Dreck!

Wie Umweltfreunde sehr wohl wissen, geht es übermorgen auf die Straße statt an den Arbeitsplatz: Weltweite Klimademo zusammen mit FridaysForFuture! Am Samstag gibt es aber noch einen Massenaufstand, den World Cleanup Day, an dem an über 300 Orten in Berlin Müll entfernt wird, von allen, für alle, mit dir?

Beim NABU Berlin haben wir eine Pressemitteilung zum Müll in Berlin verfasst, recherchiert habe ich, bittesehr:

„NABU Berlin begrüßt Müllsammelaktionen in der Hauptstadt

Kein Park ohne Verpackungsmüll und Dosen, kaum ein Spielplatz ohne Scherben. Mit 2,7 Zigarettenkippen pro Quadratmeter ist Berlin auch hier trauriger Spitzenreiter. Müll ist ein Dauerproblem und die Folgen größtenteils noch gar nicht bekannt.

In allen 2.700 Parks, Grünflächen und Spielplätzen Berlins begegnet man ihm – achtlos weggeworfenem Müll. Wer denkt, die BSR reinige diese früher oder später, irrt. Bisher werden dank eines Pilotprojekts bloß rund 50 der Flächen gereinigt. Kleinere Initiativen kämpfen bereits seit Jahren für Zivilcourage, wenn es um das Aufheben nicht selbst verursachten Mülls geht, doch an einem Tag im Jahr greifen alle gemeinsam zu Handschuh und Müllsack: am World Cleanup Day. Allein in Berlin sind am diesjährigen 21. September bereits mehrere hundert Aktionen geplant. Weltweit beteiligen sich Millionen von Menschen in mehr als 150 Ländern.

Hauptstadtmüll – Risiken für Mensch und Tier

Bei uns in der Hauptstadt strotzen besonders eng besiedelte Bezirke wie Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg vor Unrat. Die enormen Kosten des Mülls, darunter illegale Deponien oder Sperrmüllhaufen, liegen laut BSR bei 4,5 bis 5 Mio Euro jährlich. Bußgelder werden fast nie verhängt, Anreize zum Aufheben liefern einzig die Pfandflaschen – und so geht das Vermüllen munter weiter.

Doch Abfälle sind nicht nur hässlich anzusehen, sie bergen auch Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier und ziehen unbeliebte Gäste wie Ratten und immer häufiger auch Waschbären an. Scherben sind besonders für Kinder ein Risiko ernster Schnittverletzungen. Fahrradfahrer ärgern sich über platte Reifen. „Aber auch für Wildtiere ist Müll eine Gefahr“, mahnt Dr. Mirjam Nadjafzadeh, Artenschutzreferentin des NABU Berlin. „An Draht oder Schnüren können sich Wildtiere stark verletzen oder verheddern und Dosen werden zu scharfkantigen Fallen für beispielsweise Igel-, Fuchs- und Mäuse-Schnauzen. Plastikfolien und ähnliches Material werden von Vögeln zunehmend beim Nestbau verwendet. Ist der Plastikanteil des Nests zu groß und verhindert das Ablaufen von Regenwasser, können Jungvögel verklammen und sterben“, erklärt Nadjafzadeh. Mitunter wird der Müll leider auch mit Nahrung verwechselt und gefressen.

Plastik ist inzwischen in allen Elementen auf jedem Ort dieser Erde angekommen. Als Mikroplastik gelangt es mit dem Wind, dem Wasserkreislauf und den Nahrungsketten überall hin. Hauptverursacher sind Autoreifen, danach kommen Kosmetika und Fasern aus Kleidung.

Als wäre das noch nicht genug, können Scherben und Gläser Brände verursachen. Trockene Vegetation kann sich nicht nur an Glimmstängeln entzünden, sondern auch durch den Lupeneffekt am Glas. Dies ist dann keine Ordnungswidrigkeit mehr, wer fahrlässig handelt und einen Waldbrand riskiert, muss mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe rechnen.

Unterschätzt wird die Gefahr, die von weggeworfenen Zigarettenstummeln ausgeht. Etwa zwei Drittel landen nämlich nicht im Aschenbecher und ergeben so 30 bis 40 Prozent des Mülls. Die enthaltenen Plastikfilter verrotten nicht, können Gewässer vergiften und schaden Bodenlebewesen. Denn sie enthalten 250 giftige, davon etwa 100 hochgiftige Chemikalien, die je nach Umweltbedingungen schneller oder langsamer ausgespült werden. Sind sie schon in der Produktion ein riesiger Wasserschlucker und Grund für massiven Pestizideinsatz, gelangen ihre Gifte durch Wegschnippen nach dem Rauchen in die Umwelt. Und Haustiere können durch Trinken an Pfützen eine mitunter tödliche Nikotinvergiftung bekommen.

Übrigens: Herkömmliches Kaugummi ist auch nicht biologisch abbaubar, denn der Gummi besteht zum Großteil aus einem aus Erdöl gewonnenen Kunststoff.

Müll vermeiden, aktiv handeln

Auf der Webseite des World Cleanup Day in Berlin finden Sie auch in Ihrer Nähe eine Aktion zum Mitmachen. An allen anderen Tagen im Jahr sollte man Müll, der nicht vermieden werden kann, in entsprechende Behälter entsorgen und hin und wieder auch mal etwas aufheben. Dabei sollten Sie natürlich besonders in der Vogelbrutsaison im Frühjahr behutsam vorgehen, wildlebende Tiere nicht stören und Uferzonen schonen.“

Für Rückfragen:

Christine Szyska, Pressereferentin NABU Berlin,  +49 (0)30-986 08 37 -18, 8, cszyska@nabu-berlin.de

Dr. Mirjam Nadjafzadeh, Artenschutz-Referentin des NABU Berlin, +49 (0)30 986 08 37-15, MNadjafzadeh@NABU-Berlin.de

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Der NABU Berlin (Naturschutzbund Landesverband Berlin e.V.) ist ein Mitgliederverband. Knapp 17.000 Naturschützer*innen unterstützen die Arbeit des NABU Berlin, viele von ihnen engagieren sich in Bezirks- Fach- und Kindergruppen für den Erhalt der Natur und eine lebenswerte Umwelt. Weitere Informationen über den NABU Berlin finden Sie unter https://berlin.nabu.de.

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