Müll-weg – oder etwa nicht?

Wie berichtet, hatte ich einen Müll weg!-Ruf mit der Müll-Weg-App abgesetzt. Nun bin ich 1 Woche später an dieselbe Stelle geradelt und habe das überprüft…

Was mich erwartet, ist ein Bild, schlimmer als in der Woche zuvor

Der Schaumstoff scheint in noch viel mehr kleine Teile zerfetzt zu sein, die verschmutzte Fläche ist genauso groß, aber jetzt liegen dort auch noch hunderte zu Stückchen zerfetzte folierte Wahlplakate und Plastiktüten!

Woher kommen sie? Warum ist der Schaumstoff nun kleinteiliger anstatt weg? …

Ich gehe das Stück ab. Der grüne Wall aus Sträuchern ist unten zurückgeschnitten! Bodenbewuchs und vorragende Äste sind ebenfalls gekürzt. Das waren wohl Freischneider oder Motorsensen. Im Frühjahr kommt hier irgendeine Behörde und schneidet alles zurück. Bloß, warum kann das nicht nach der Säuberung geschehen!? Die Arbeiter haben mit ihren Maschinen den ganzen Müll zerpflückt, der jetzt in vervielfachter Form noch viel schwerer wieder entfernt werden kann!

Wenigstens der große Müllbeutel, den ich letztes Mal gepackt hatte, und gut sichtbar an den Zugang zur Wiese gestellt, ist beseitigt. Ob das Zufall oder Folge meiner Meldung ist..?

Ein paar Vögel sitzen einige Meter von mir entfernt auf dem bunt gesprenkelten Boden. Ich mache mir Sorgen, dass sie die Teile zum Nestbau verwenden oder selbst fressen. Auch der Wind wird die vielen Folienteile weitertreiben – 50 m weiter fließt die Saale.

Das akzeptiere ich natürlich nicht so einfach! Ich habe mir vorhin auch den „Mängelmelder“ heruntergeladen, eine weitere App, die der richtigen Behörde verschiedene Mängel-Meldungen der Bürger zusenden soll. Eine Woche bin ich noch in der Stadt, wenn sich bis dahin nichts tut, rufe ich die Stadtwirtschaft an und frage auf diesem Weg nach Hilfe!

5 Kommentare zu „Müll-weg – oder etwa nicht?

  1. Hm sehr erschreckendes trauriges erstes Feedback :/
    Ich kann durchaus verstehen, dass vermutlich gar nicht genug Personal zur Verfügung steht, um den ganzen Meldungen zeitnah nachzugehen. (Hier wäre auch mal interessant, wieviele Meldungen es in den Regionen pro Tag/Woche so gibt.)
    Dass in dieser Jahreszeit die Natur von den Behörden teilweise so extrem „kastriert“ wird ist schon schlimm genug. Dass dabei rumliegender Müll gleich noch mit zerhexelt wird ist krass, wundert mich aber irgendwie nicht, die Arbeit muss wohl einfach schnell gehen und hier zählt nur der Auftrag, den Sinn wird und darf der Mitarbeiteter dort wohl nicht hinterfragen.

    Um so wichtiger ist es, dass es Leite wie dich gibt, die sich hier engagieren, einschalten und nachfragen und vor allem andere darauf aufmerksam machen! 🙂 In der Großen Hoffnung, dass immer mehr sich irgendwann doch ein paar Gedanken darüber machen und mit versuchen die Probleme zu beseitigen!

  2. Man muss die Fälle mit der Lupe suchen, wenn verschiedene Behörden oder auch nur Verantwortliche innerhalb derselben Abteilung ihre Arbeit inhaltlich/terminlich koordinieren. Das ist schlimm und wirklich eine Sache, die man immer wieder aus der Betroffenenperspektive darstellen und anmahnen muss. Dein Beitrag eignet sich gut dafür. „Betroffene“ sind wir schließlich alle!

    Ich bin sehr neugierig, ob Deine Beobachtungen Wege ins Jenaer Rathaus finden und drücke sämtliche Daumen dafür, dass Du gehört oder gelesen wirst. Schön wäre, wenn Du verstanden würdest!

  3. Über MÜLLweg! DE wird lediglich eine detaillierte E-Mail vorbereitet, die direkt über das E-Mail-Programm des Absenders an die zuständige Stadtverwaltung geht. Da ist niemand in der Kommunikation dazwischen geschaltet. Die Städte reagieren manchmal schneller, wenn sie einen „eigenen“ Mängelmelder haben, denn dann geht die Meldung direkt über den Mängelmelder an den zuständigen Sachbearbeiter. Eine E-Mail muss manchmal erst den Weg durch den örtlichen Verwaltungsapparat finden.
    In manchen Gemeinden erfolgt die Beseitigung extrem schnell, manchmal schon nach einem Tag. In anderen dauert es gefühlt ewig. Droht keine extreme Verschlimmerungsgefahr (auslaufendes Öl, Chemikalien o.ä.), lassen sich die Verantwortlichen schon mal etwas mehr Zeit, gerade wenn die Mitarbeiter-Ressourcen sehr knapp sind.
    Ist (leider) oft ganz wie im wirklichen Leben: manchmal muss man nerven, um nicht ignoriert zu werden. Auch wenn die Rechtslage die Gemeinde nach der Information über eine Umweltverschmutzung grundsätzlich zum Handeln verpflichtet.
    Sollte übrigens das Grundstück privat sein und nicht der Stadt gehören, gibt es noch ein ganz anderes Thema: dann muss die Stadt nämlich zunächst dem Grundstückseigentümer eine Frist setzen, in der dieser selbst Abhilfe schaffen kann. Erst, wenn er nicht aktiv wird, kann die Stadt selbst aktiv werden. Aus Datenschutzgründen – und teilweise auch einfach aus Prinzip – verzichtet die Stadt hier oft aber auch darauf, den Meldenden über das weitere Vorgehen zu informieren.
    Sollte in MÜLLweg! DE zufällig der falsche städtische Ansprechpartner hinterlegt sein, gebt mir bitte Bescheid, ich passe das gerne an! Alle Kontaktdaten finden sich auf der Homepage (https://muell-weg.de)

  4. Hallo Thomas Lennartz!
    Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar, ich danke ganz herzlich für die tolle App! Selbst kann ich leider nicht programmieren und bin dafür umso begeisterter von technischen Umsetzungen für den Umweltschutz!
    Musste für die App eigentlich irgendeine Bewilligung der Ämter eingeholt werden? Sehen diese irgendwie, dass eine App die E-Mail generiert hat?
    Ich stimme absolut zu: Es kann sein, dass es einfach noch ein bisschen dauert, bis die Stadtverwaltung reagiert. Der Müll ist ja außerdem schon mindestens ein Jahr dort und sinkt nicht plötzlich ins Erdreich ein.
    Nur finde ich es nicht rühmlich, wenn möglicherweise von der Stadt Beauftragte den Müll mit ihren Geräten klein häckseln und das Ganze verschlimmern. Dafür muss es Alternativen geben für solche leider viel zu häufig vorkommenden Verschmutzungen.
    Ich trage gern die richtigen Daten für Jena ein, nur wie kann ich meine Meldung noch einmal einsehen? Sonst weiß ich leider nicht, ob die E-Mail den richtigen Adressaten erreicht hat.

    1. Hallo Sophie,

      Danke für Deine Rückmeldung. (Ich hoffe, es ist ok, wenn ich auf das Du wechsele?!?) Für die App brauchte ich keinerlei Genehmigung, denn sie verfolgt tatsächlich einen absoluten Guerilla-Ansatz. Da sie nichts anderes macht, als für den Finder des Mülls eine schöne, sehr präzise und möglichst rechtssichere E-Mail vorzuformulieren, und den „richtigen“ E-Mail-Empfänger rauszusuchen die der Finder dann in eigenem Namen mit seinem eigenen E-Mail-Programm / -App versendet, benötigt sie kein Ok der Verwaltung. Denn bei aller Selbstverwaltung der Gemeinden und bundeslandspezifischer Regelungen ist deutschlandweit zumindest in einem Punkt die Rechtslage, auf der MÜLLweg! DE aufsetzt, eindeutig: Primärer, verantwortlicher Ansprechpartner für Umweltverschmutzungen auf Gemeindegebiet ist die Gemeinde.

      Und wenn die Stadtverwaltung eine halbwegs präzise und glaubwürdige Information erhält, dass irgendwo in ihrem Zuständigkeitsgebiet wilder Müll abgelagert wurde, ist sie rechtlich in der Pflicht, für Abhilfe zu sorgen. Da ist zwar immer noch eine Menge Spielraum, wie schnell sie reagieren muss, aber einfach die Hände in den Schoß legen, wäre unrechtmäßig – und das geht in einem Rechtsstaat, in dem sich auch die Verwaltung an geltendes Recht halten muss, nicht. So viel zum Grundprinzip.

      Wenn Du per MÜLLweg! DE Müllfunde meldest, wird Dir von Deiner E-Mail-App die komplette E-Mail vor dem Versand noch mal angezeigt, und Du kannst sie frei anpassen. Die E-Mail hat eine Signatur am Ende, die auf die Erstellung mit MÜLLweg! DE hinweist, die kannst Du aber auch von Hand wieder rauslöschen. Ich bin noch ein wenig hin- und hergerissen, ob die Signatur nützt oder nicht. Eigentlich würde ich damit gerne auch – gerade kleinere – Gemeinden motivieren, MÜLLweg! DE ganz offiziell zu unterstützen, da dies aber eh sehr selten passiert, könne ich es auch gelegentlich rausschmeißen.
      In Jena gehen per MÜLLweg! DE generierte Meldungen übrigens an die E-Mail-Adresse umweltschutz@jena.de. Normalerweise nehme ich eigentlich immer die Ordnungsämter, damit man dort ggf. auch dem Verursacher nachgehen kann, aber wenn die Stadt, wie Jena, auf der Homepage einen bestimmten, anderen Bereich für zuständig erklärt, nehme ich den. In Jena findet sich die Zuständigkeit übrigens hier:

      https://www.jena.de/de/stadt_verwaltung/stadtverwaltung/dezernat3/fb_bauen_umwelt/fd_umweltschutz/gewaesser_boden_abfall/illegale_abfallablagerung/illegale_abfallablagerungen_anzeigen/248303

      Da ich aber keine konkreten Personen in MÜLLweg! DE aufnehme (wg. Abwesenheit, Wechsel, Datenschutz etc.), habe ich hier stattdessen die zentrale E-Mail-Adresse des Fachdienst Umweltschutz hinterlegt:

      https://www.jena.de/de/stadt_verwaltung/stadtverwaltung/dezernat3/fd_umweltschutz/247909

      Die sollte also eigentlich genau an den richtigen Fachbereich gehen. Und das auch dann, wenn der persönliche Ansprechpartner einmal verhindert ist…

      Deine letzten, über MÜLLweg! DE versandten Meldungen findest Du übrigens nicht in MÜLLweg! DE. Es ist viel einfacher: Du findest sie im „gesendet“-Ordner Deiner E-Mail-App. Wenn Du die Verwaltung noch mal auf eine Meldung ansprechen möchtest, kannst Du einfach diese E-Mail in der App auswählen, auf „allen antworten“ klicken und hast so die alte E-Mail, auf die Du Bezug nehmen möchtest, direkt als Anhang an Deiner neuen Mail dran.

      Wenn ich noch irgendwie unterstützen kann, oder Du irgendwas in MÜLLweg! DE vermisst, gib mir gerne Bescheid. Ich kann auch nicht alles technisch umsetzen, da ich das Programmieren nur als Hobby und nicht als Vollblut-Entwickler betreibe, aber ich schaue immer gerne, was geht!

      Beste Grüße
      Thomas

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