Augenblick, bitte! Nr. 10. Oder Müll-weg-App die Zweite :D

Der Tatort am Sonntag! Sonnenschein. Eine riesige Wiese am Fluss. Spielende Hunde. Doch der Schein trügt…

Am Rand jener Wiese, wo Büsche und Bäume eine schützende Trennung zur parallel verlaufenden Bundesstraße bilden, finden sich haufenweise Verpackungen, Kippen und Hundekotbeutel. Jemand hat zudem einen… unkenntlichen, sehr großen Gegenstand aus Schaumstoff achtlos auf die Wiese geworfen! Die Stücke wurden (von Wind und Wetter?) in endlose kleine und große Fetzen zerlegt. Die halbe Wiese ist übersät mit den Plastikrückständen.

Offensichtlich laden hier viele Menschen unverschämterweise den Müll aus ihren Autos ab! Außerdem machen sie am leicht bewaldeten Straßenrand Pause und haben jede Menge Verpackung um ihre Snacks… Plastik von Schokoriegeln und Alufolieklumpen von Brotzeiten sind eindeutige Indizien dafür. Tüten bleiben wie zum Beweis verheddert zwischen den Ästen hängen.

Da da ich am Sonntag Zeit hatte, nutzte ich die Sonne und ging aufräumen. Cleanup nennt sich das heutzutage. Besonders der Schaumstoff ist mir schon länger ein Dorn im Auge, weil der aus wahnsinnig vielen Kleinteilen besteht! Alle konnte ich bei Weitem nicht einsammeln, daher habe ich die Müll-weg-App dieses mal getestet! Die App habe ich hier bereits vorgestellt, sie soll dafür sorgen, dass die zuständige Behörde informiert wird und eine Reinigung an der gemeldeten Stelle durchführt. Ich bin sehr gespannt, was passiert! Und wenn ja, wie viel übrig bleibt..!

Cleanups sind übrigens sehr sinnvoll: nachgewiesenermaßen vermüllen saubere Orte weniger schnell wieder. Altes Plastik zersetzt sich nicht erst in seine Mikrobestandteile, wenn man es vorher entsorgt. Und man kann sehr nette Leute treffen :))

Deutschlandweit gibt es jetzt sogar ein Cleanup Network! Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart… und viele andere Orte sind schon dabei (und viele wissen ja noch gar nichts vom Netzwerk!) Weiter teilen und mit anpacken! Sauber!!!

9 Kommentare zu „Augenblick, bitte! Nr. 10. Oder Müll-weg-App die Zweite :D

  1. Super Aktion!
    Es sollte eigentlich eine Belohnung pro gesammeltes Kilo Müll von der Stadt geben^^
    Solange das es nicht gibt, bekommst du auf alle Fälle viel Lob und Anerkennung von deinen Lesern! 🙂

    Bin gespannt auf Feedback von der Müll-App

  2. Ganz Deiner Meinung, Maik! Solche Experimente sollte man öfter und an verschiedenen Orten machen. Da bin ich auch gespannt und werde diesen Blog nicht aus den Augen lassen, bis hier was dazu steht.

    Mir fällt grad aus gegebenem Anlass ein, dass man auch eine B a u m – w e g – A p p entwickeln sollte!!

    Das ist natürlich andersrum zu verstehen: Bäume im Stadtgebiet, die gerade gefällt werden oder wurden, könnte man auf diese Weise einer Baumzentrale melden, die dann wiederum in Kommunikation mit den zuständigen Ämtern treten könnte.

    1. Da hast du aber auch RECHT! Und nötig ist es sowieso! Bei mir vor der Tür haben „sie“ auch bei den ersten Sonnenstrahlen angefangen, ganz viel abzuholzen, was nicht niet- und wurzelfest ist 😥 Bislang zum Glück fast nur Büsche und Äste. Lass uns mal überlegen, wen wir fragen und beauftragen könnten… vielleicht der Erfinder der muell-weg App?!

      1. Spannend, aber äußerst heißes Eisen, muss ich sagen. Denn die rechtlichen Regelungen, was da erlaubt ist und was nicht, ist von Ort zu Ort sehr unterschiedlich – und es greifen auch ganz unterschiedliche Schutzgedanken. Und es ist alles andere als banal zu erkennen, ob ein rechtswidriges oder rechtmäßiges Verhalten vorliegt. Und ich finde, da sollte man nicht pauschal – und schon gar nicht mal eben nebenbei, weil es per App so einfach ist – jeden melden, der einen Baum fällt oder eine Hecke schneidet. Denn häufig ist das tatsächlich in viel weiterem Umfang erlaubt, als man zunächst denkt.
        Ich muss aber auch gestehen: ich würde das zeitlich nicht packen, noch eine App wie MÜLLweg! DE zu betreuen, die ist schon sehr arbeitsintensiv. 🙂

  3. Ich bin immer froh, wenn sich jemand mit solchen Gedanken beschäftigt, danke! Ihr Kommentar deckt sich leider mit den Bedenken, die auch andere Straßenbaum-Fans äußern. Es ist sehr schwer als Nicht-Biologe und Nicht-Jurist, zudem nicht bewandert in den Praktiken des Landschafts- und Denkmalschutzes, geschweige denn des Baumschutzes, zu beurteilen, wo Ämter unbedacht oder falsch oder auch richtig entscheiden. Das Dilemma habe ich hier dargestellt: https://www.cewe-myphotos.com/open/project/share/de3e05896b2f455c941e42df4dcb71b2

    Eine Möglichkeit des Eingriffs fällt mir aber noch ein – vor dem Februar-Baumschnitt anfragen, was geplant ist. Dann kann man gezielter fragen und verfolgen, warum diese und jene Maßnahme oder obs nicht anders auch ginge. So empfiehlt es auch der NABU; https://berlin.nabu.de/stadt-und-natur/naturschutz-berlin/baumschutz/26003.html
    In der Tat also kein Thema für eine fabelhafte App wie MÜLLweg !

    1. Danke für den Link zum Buch! Das wollte ich auch noch anfragen! Ich werde das Büchlein mal hier featuren, weil das für alle Baum-Liebhaber sicher spannend ist, wenn’s dir recht ist?

    2. Sehr schönes und interessantes Buch, Ute!
      Sowas erlebe ich hier in Erfurt auch leider zu oft, vor allem jetzt für die Buga 2021, da werden sinnlos stattliche Bäume gefällt und irgendwo durch mickrige Neupflanzungen als Ausgleich ersetzt :/

      1. Freu mich über Dein Interesse, Maik! Wie wäre es, wenn Du die krassesten Beispiele der Baumbeseitigung, die die BUGA auf dem Gewissen hat, im Vorbeigehen mal fotografierst? Ach nee, Du bist ja Autofahrer – aber vielleicht stehst Du mal an der entscheidenden Stelle im Stau… Sophies Müllfotos zeigen mir nämlich, dass Sammlungen solcher empörenden/anstößigen/sträflichen Sachverhalte noch wirksamer sind als die Einzelfälle, an denen man mal vorbeigekommen ist.
        Allein die Registrierung, wie das Blumenrasenbüschewege-und-Entertainment- und nicht zuletzt Verkehrs-Konzept ohne alte Bäume auskommt, ist schon wichtig. Ob so ein radikaler künstlerischer Eingriff nicht einen Begriff von schnell mal eben erneuerbarer Natur fördert? Eine Natur, in der Müll oder Schadstoffe selbstverständlich kein Problem sein werden, weil es design-te Abfallbehälter geben wird. Leider hält das Design noch keine Luftfilter bereit, wie sie alte Bäume bieten.

        Ich wäre bereit, das zu sammeln und mit den Buga-Plänen in Beziehung zu setzen. Vielleicht ergibt sich eine Gelegenheit, darüber zu sprechen oder das „an den Mann“ oder an die richtige Frau zu bringen.

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