Augenblick, bitte! Nr. 8

Blick auf die Entwicklungen beim Thema Müll. Jeweils eine kritische und eine erfreuliche Nachricht zum Schmökern, Aufregen, Kommentieren, Lachen.
Endlich geht es weiter mit Neuerungen aus der MÜLLWELT. Ich entschuldige mich für jegliche Unannehmlichkeiten aufgrund MEINER fehlenden Beiträge. 😉
Haben Sie’s gelesen?
Bio-Mülltüten sind böse!

Warum gibt es für teuer Geld kompostierbare Mülltüten, die man aber nicht benutzen darf?
Zu viele Plastikverpackungen im Haushalt!?

Dann geben Sie den Widerspruch direkt an die Hersteller weiter!
Per App geht’s: Replace Plastik
Kompostierbare Müllbeutel scheinen umweltbewusst und nachhaltig. Sie bestehen zum Beispiel aus Maisstärke und Zellulose – klar, der Mais muss angebaut werden, ob das also massentauglich wäre, müsste man genau prüfen. Aber das derzeitige Problem ist, dass die Müllbeutel sich in etwa 6 – 12 Monaten kompostieren lassen. Biomüll bei unserer Stadtwirtschaft verrottet nur 6 WOCHEN. Natürlich sind diese Beutel dann noch komplett erhalten. Sie beschädigen sogar die Anlagen und müssen unter großem Aufwand entfernt werden.
D. h. bloß kein Geld für diese biologische Alternative ausgeben – wenn man keinen eigenen Kompost hat!

In Jena ist eine Biomülltonne für jedes Wohnhaus Pflicht. (Sie haben keine?*)
Doch nun stellt sich die Frage WORIN sammle ich die organischen Reste?

Siehe Bild: ohne Plastikbeutel!
VOR ALLEM BEI FROST sollen biologische Abfälle in altes (Zeitungs)Papier eingewickelt werden, damit sie nicht in den Tonnen anfrieren! Dann wird Mensch sie nämlich nicht mehr los.

Ja, ich habe diese App schon erwähnt, aber sie ist so eine gute Idee und es macht einfach Spaß, sie anzuwenden!


Der Nutzer scannt den Strichcode von Plastikverpackungen ein und die App sendet dem Hersteller bei jeweils 20 Meldungen eine E-Mail von den Käufern. Die Aussage: Wir wollen dieses Plastik nicht! Geht auch mit der Webcam am PC!


Auch eine meiner absoluten Lieblings-Websites für Naturschutz, Utopia, berichtet Gutes über die App!


…natürlich ist Vermeidung von Plastik- und anderen Verpackungen der Königsweg! Dazu eignen sich immer noch gut

– der WOCHENMARKT
– selbst kochen + herstellen
– Unverpacktläden / Augen & Ohren auf: Angebote von anderen Läden nutzen, die Nüsse,Obst, Haushaltsmittel etc. unverpackt anbieten

*Wer in Jena keine Biotonne am Haus hat, kann sich an die Kommunale Stadtverwaltung Jena wenden: ksj@jena.de

Oder an seinen Vermieter. Dieser muss eine Biotonne zur Verfügung stellen.

4 Kommentare zu „Augenblick, bitte! Nr. 8

  1. Ja, den Müll endlich richtig eintüten – wer möchte das nicht? In demselben Maße, wie der Artikel täglich auftauchende Fragen beantwortet, wirft er aber auch wieder welche auf. Die Sache mit dem Zeitungspapier zum Beispiel. Bedrucktes Papier gehört ja eigentlich nicht in die Biotonne. Und die Sache mit dem Auswaschen des Mülleimers, was ja häufig nötig ist, wenn man Biomüll auf diese Weise ohne Plastiktüte in der Wohnung sammelt: ist ja man auch kostspielig.
    Auch die Produktion von Geziefer und Ungeziefer in der Biotonne ist ein umstrittener Punkt. Auf dieser Webseite z.B. https://www.bussgeldkatalog.org/umwelt-speiseoel-entsorgen/ wird empfohlen, alle Essensreste in die Biotonne zu tun.
    Diese Website hats übrigens in sich. Dort kann man vergleichen, wie die Bundesländer verschiedene Müllvergehen ahnden oder auch nicht. Berlin hat die kürzeste Liste der Müllvergehen!

    1. Danke für deine Fragen! Bedrucktes Papier ist kein Problem für den Biomüll. Es besteht ja aus Holzfasern und die Farben, die zum Drucken verwendet werden, sind seit Jahrzehnten nicht mehr schwermetallhaltig. Man kann also genussvoll Zeitung lesen, sich die Finger lecken oder die Seiten zerknuspern 🙂 Nachzulesen auch hier https://www.zeit.de/2009/13/Stimmts

      Biomülleimer: Auswaschen oder dank Plastiktüte (lange) darauf verzichten? Hier nicht verschiedene Ressourcen durcheinander werfen: Um MÜLL gering zu halten, ist die Methode mit altem Papier gut, worum es mir vordergründig ging. GELD SPAREN oder RESSOURCEN sind andere Kategorien, Geld kann man sparen, indem man den Eimer mit kaltem Wasser auswäscht, am besten ein paar alte Gummi-Handschuhe anziehen und mit altem Paier nachwischen. Klinisch rein muss der Eimer ja vor der nächsten Nutzung nicht werden. Zu den Ressourcen lässt sich sagen, in Deutschland muss keiner kaltes Wasser sparen, aus Gründen der zu groß angelegten Kanalisation ist es sogar hilfreich, an dieser Stelle nicht besonders sparsam zu sein.

      1. An Deinen detaillierten, kompetenten Antworten sehe ich mal wieder, wie tief das Thema Müll bzw. der Entschluss, ihn verantwortungsvoller zu behandeln, in die kleinsten alltäglichen Angewohnheiten eingreift. Ich danke Dir sehr – bis zum nächsten Problem an dieser Front!

  2. Sehr interessante Hinweise und eine eindrucksvolle Bildserie über den Weg des Plastikmülls, den die meisten so leider in Phase 1 nicht im Hinterkopf haben und dann oft unüberlegt unnötiges Zeug bzw Verpackung mitkaufen!

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