Tierisch-vegane Früchte?

Gewissensfrage in der veganen Ernährung

Wie der Blogtitel besagt,  geht es hier  manchmal um mehr als das Thema Müll. Heute geht es um Tierleid, das man als Fruchtgenießer meist ganz unwissend unterstützt.

„BILD“ titelt heute Morgen „Avocados sind nicht vegan!“ und so aufgeschreckt werden ernährungsbewusste Menschen, darunter sicher viele Veganer, anbeißen an den Klickköder.

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© Creative Commons

Das Boulevardblatt bezieht sich auf die Comedy Quizshow „QI“ im BBC, die „ethischen Veganern“ den Verzicht auf diese und andere Früchte nahelegte. Was soll an den Südfrüchten nicht vegan sein?

Wer schon länger vegan lebt, ahnt es, die Bienen, die für die Bestäubung industriell erzeugter Pflanzen sorgen, sind keine zufällig umhersummenden Tiere sondern industriell gezüchtete. Dies benötigt extrem viele Ressourcen, beispielsweise durch den weiten Transport von Bienenvölkern hin zu den Anbauflächen, zudem werden die Bienen großem Stress ausgesetzt, die Flügel verstümmelt, der Honig durch Zuckerwasser ersetzt – kurz, es ist eine Massentierhaltung, welche die großen Mengen an begehrten Früchten wie der Avocado ermöglicht, ebenso den Brokkoli, die bei Veganern so beliebten Mandeln und Salat.

Wer auf Honig verzichtet, muss nun logischerweise auf industriell hergestellte Früchte verzichten, oder? Dieser Schluss muss so radikal nicht gezogen werden, denn nicht immer sind Biofrüchte erhältlich, erschwinglich und ökologisch sinnvoll (man denke an südamerikanische Chia-Samen), die eigenen Ideale müssen auch in der Realität umsetzbar bleiben. Daher kommentierte auch die Sprecherin der Vegan Society, Dominika Piasecka, gegenüber den Plant Based News: „Veganer vermeiden die Verwendung von Tieren so weit wie möglich und praktikabel“. Dies sei leider in „den meisten landwirtschaftlichen Betrieben zu dieser Zeit“ nicht der Fall.

Wir als Käufer sind selbst gefragt, verantwortlich zu konsumieren, indem wir bewusst zum Großteil lokales Gemüse und Obst, anstatt weit gereistes, kaufen und die Umweltfolgen der Produkte im Auge behalten. Wo möglich, vermeidet der Kauf von Bioprodukten Tierleid, ebenso alternative Bezugsquellen wie ein (Gemeinschafts-)Garten und das Teilnehmen am Foodsharing, das gleichzeitig Ressourcen schont.

Wer mehr über die Rolle der Bienen in der Pflanzenproduktion erfahren will, dem sei der Film „More Than Honey“ ans Herz gelegt.

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