Warum es diesen Blog gibt

Dieser Blog hat fortwährend die immer gleiche Mitteilung. Auf Dauerschleife :O

untertitel_standbild
© SRF Standbild aus YouTube

Eine Panne, wie hier bei den falschen Untertiteln während einer Sendung des SRF (CH)? 🙂 Bei mir nicht.

Nein, meine Dauerschleife ist kein Versehen, denn wenn wir über ein Thema sprechen, gibt es unendliche viele Ansatzpunkte. Auch für den Umweltschutz. Das ist der Dreh- und Angelpunkt meiner Anstrengungen:

Wir können! Etwas für die Erde tun.

Und das sollten wir auch tun.

Erst schrieb ich hier über das Sortieren von Hausmüll, dann über Biohöfe und Klassenfahrten und zuletzt ging es um Produkte, die die Erde sauberer halten. Dies dient nun aber alles dem Sinn und Zweck, in verschiedenen Formen auf Eines hinzuweisen. Dieses Eine verliere ich in den verschiedensten Lebenssituationen und Zusammenhängen nicht aus dem Auge, weil es mir so wichtig ist. Und ich gebe es nicht nur hier kund, meine „dezenten“ Hinweis gelangen auch anderweitig in den Äther. Auf Facebook, bisweilen Twitter, mündlich in meinem Bekanntenkreis und bei allen möglichen sozialen Anlässen – auch gern mal ungefragt – blase ich diese Nachricht hinaus:

Wir können unsere Erde besser behandeln. Und es ist dringend nötig!

Oder auch auf Englisch schön ausgedrückt mit:

Don’t you dare treat your soil like dirt!

crocus-3175454_960_720

Die Wahrheit ist: wir müssen. Wenn wir und unsere Kids hier noch halbwegs annehmbar leben wollen. Die Tatsache, dass wir wohlhabend sind im Westen und Norden Eurasiens… ja das hilft, die Zerstörung auf Armlänge zu halten, aber selbst das hilft nicht ewig.

Vor kurzem sah ich auf der Suche nach Fotos mit sichtbaren Folgen von Zerstörung der Erde folgendes Bild im Internet:

graffiti-391919_960_720


Wie wahr…

Auf jeden Fall ist unsere „Welt“ derzeit so organisiert, dass wir sie zerstören während wir leben. Sie ist auf ein Leben des Verbrauchs ausgerichtet, in dem nicht für genügend Nachschub gesorgt werden kann. Es sieht leider so aus, dass jeder Mensch anders handeln muss, als es „normal“ ist und selbstverständlich angeboten wird (von der Industrie), um sich umweltneutral zu verhalten. „Umweltneutral“ heißt in der Umgangssprache „umweltfreundlich“. Ein Verhalten jedoch, das nicht hilft, sondern nur alles gleich belässt, ist neutral. „Freundlich“ ist hier euphemistisch.

Unsere Verantwortung vs. unser Sozialverhalten

Nun gibt es leider einige, um nicht zu sagen sehr, sehr viele Situationen, in denen eine Abweichung vom Standardverhalten bei all jenen erforderlich ist, die gern die Erde neutral oder gar freundlich lächelnd bewohnen möchten. Das ist einfach? Wie sieht es aus mit Containern? Würde der Leser das machen um gute Lebensmittel vor dem sinnlosen Ende im Müll zu bewahren? Was ist mit dem Benutzen des alten, aber noch gängigen Handys? Dem funktionierenden, kleineren Fernseher als der von Mania Markt?

Der Party mit Gästen, die gern Steak essen, draußen beim Grillen Plastikbesteck und Pappteller wollen, dem feinen Anlass, zu dem man giftigen Nagellack, an Tieren getestetes Make-Up und brandneue Kleidung tragen „sollte“. Und für die gemütlicheren Leser, wie steht es mit Freunden, die netterweise Geschenke in reichlich Plastikverpackung schenken oder Snacks im Styrofoam-Behälter mitbringen: Zurückschicken? Ablehnen? Und die Freunde vor den Kopf stoßen??

Was habt ihr für schwierige, sozial anstößige oder lustige Situationen erlebt bei dem Versuch, die Erde gut zu behandeln?

Ich selbst bin noch weit davon entfernt, der Erde nicht mehr zu schaden – es gibt einfach viele Hindernisse in finanzieller und zeitlicher Form, sodass ich nur schrittchenweise besser werde. Und selbst das führt zu einigen denkwürdigen, um nicht zu sagen peinlichen, Momenten in MEINEM Leben…

dog-626246_640

Das eine Mal, als ich im Winter ein gebrauchtes Regal für nen Fünfer abholte und dachte, es wäre dünnes Holz… Das Regal wiegt locker 20 kg. Ich war natürlich mit dem Rad hingefahren und musste dann irgendwie das Riesenbaby durch die Kälte heimrollen. Dabei rutsche es von Lenker und Sattel, auf denen es lose auflag. Als ich eben auf der Hälfte der Strecke eine Brücke überquerte, rettete ich mich nur drückend auf das Regal ans Geländer, wo ich solange die Blicke der schadenfrohen Passanten auf mich zog, bis ein netter Mensch mir zwei seiner Fahrrad-Gummibänder lieh.

Es in meine Dachgeschosswohnung zu tragen war nur noch ein Klacks.

Eine andere peinliche Situation ereilte mich auf dem Umwelttag im Park, an dem ich am Foodsharing Stand zusammen mit der Besitzerin des „Unverpackt Ladens“ stand und mein Freund mir – auf meine vage Bitte hin – einen Kaffee im Togo-Becher plus Deckel, Strohhalm und Zuckersachets mitbrachte… Ich werde selten rot, aber dies war ein solcher Moment.

smileyball-1845545_960_720

Zuletzt war ich auf eine piekfeine Hochzeit geladen, doch ich besaß für das Wetter NUR lässige, sportliche oder uralte Kleidung *facepalm*. Ohne nun groß Shoppen zu gehen, war das Problem nicht mehr rechtzeitig zu lösen. So trug ich einen schimmernden Rock vom Flohmarkt (mit Sicherheitsnadel verengt), ein Paar in letzter Minute erstandene Second Hand Pumps, ein Trägershirt meiner Mutter und ein leidlich passendes Seidentuch meiner Mutter – als Camouflage meiner Unangepasstheit. Kontaktlinsen hatte ich auch zu lange nicht bestellt, sodass ich das einzige Mädel der „Kerngruppe“ mit Brille war, die ohne Haarglätter und Make-Up in einheitlicher Struppigkeit auf den Gruppenfotos glänzt. Naja, man sieht halt wie ein Mensch aus und nicht wie eine Schaufensterpuppe, ne wahr?

6 Kommentare zu „Warum es diesen Blog gibt

  1. „Was wünschst Du Dir zum Geburtstag?“

    Sie wusste es auch noch nicht so recht.

    „Auf jeden Fall“, sagte sie allen künftigen Gebern vorsorglich, „sollten eure Geschenke nicht verpackt sein. Oder Ihr kauft sie gleich im Unverpackt-Laden, sowas soll es in Berlin inzwischen auch geben.“

    „Wie? Versteh ich jetzt nicht“, hörte ich von ihrem Bruder, „sollen wir die Sachen nicht in Geschenkpapier…?? Oder vorher auspacken??“ „Sicher nicht“, grinste ich angesichts von so viel Unverstand für die Sorgen seiner Schwester. Grummelte aber gleich selbst über diesen speziellen Wunsch noch weiter:„Mir ist es eigentlich auch zu weit, extra durch die ganze Stadt zu fahren, um irgendein mordsteures Teil im Zero-Waste-Laden einzu kaufen. Schließlich hat man ja auch noch einen Alltag, in den sich die neue Nachhaltigkeit integrieren lassen muss.“

    Wenigstens mal im Internet schauen… genau: https://original-unverpackt.de/ ob dort nicht ein Geschenk bestellbar ist. Wär ja zwar unlogisch, Unverpacktes dann verpackt liefern lassen zu müssen, aber egal, es muss jetzt schließlich schnell gehen. „Happy Po-Po-Dusche“ für €19,90?? Spart Toilettenpapier. Aber gefertigt aus – was? – nun, vermutlich doch aus Plastik?? Zahn- und Spülbürsten, Postkarten, um die neue Lebensart zu verbreiten. Mehr Propaganda als Produkte? Nee.

    Und ärgerlich: Hier steht nicht, was das für Lebensmittel sind, die da im Laden in 1000 Gläsern und Säcken fotografiert sind. Aber halt! Genau das wird da erklärt, nämlich – und das ist richtig gut – das Sortiment ist nicht unveränderlich. Es richtet sich nicht nach den landläufigen Bedürfnissen, dem sogenannten „Markt“. Sondern die Artikel werden ausgesucht nach ökopolitisch vertretbaren Quellen. Und die Produktpalette ist offen für Vorschläge von Verbrauchern wie auch Produzenten, ist also von außen zu beeinflussen. Hat man also einen Produktwunsch oder ein tolles Produkt gefunden, oder man stellt selbst eins her, welches gut in deren Konzept passt, dann kann man Einfluss nehmen auf das Sortiment. Und möglicherweise daran selbst verdienen.

    Die Marktwirtschaft also erst auf den Kopf stellen? So finde ich natürlich nie dieses sehr spezielle Geburtstagsgeschenk! Doch so schnell, wie ich das jetzt beschaffen müsste, kann ich das Prinzip gar nicht durchdenken. Dabei glaube ich, es lohnt sich, dieses quer zur Marktwirtschaft gelagerte Vertriebs- und Verbrauchssystem zu beobachten. Wer oder was gewinnt daran? Die Erde? Und wer verliert? Ich jedenfalls habe einen Anstoß gewonnen.

  2. Lustige Situationen, hmm. Um beim Rewe beim Kauf von 3 Brötchen nicht jedesmal für 5 Minuten Transport eine Papiertüte mit Plastikfolie als Sichtfenster zu verbrauchen, hab ich ja ein schönes altmodisches lilafarbenes Einkaufsnetz. Da denkt man sich am Anfang, es sieht vll etwas komisch und peinlich aus, aber die Reaktionen der Kassiererinnen sind da meist sehr positiv mit Kommentaren von, „och süß“, „putzig“, „schön, wie früher im Osten“ oder heute ein „das ist ja niedlich“ 🙂 Dabei kommt man dann gleich noch kurz in Gespräch und kann etwas Werbung für umweltfreundliches Einkaufen machen 😉

    Schwierige, frustrierende Situationen sind dann eher die, wenn man unterwegs unnötig mit Plastikmüll überschüttet wird. Wir waren letztens in einem Terassencafe, dort einen Tee, einen Kaffee und ein Stück Kuchen für Mutter und Schwester bestellt, fein in Porzellantasse wie man das erwartet. Der Kuchen leider auf einem Pappteller, aber dazu einen richtigen Edelstahlöffel. In die Tasse mit dem Tee wurde allerdings direkt ein kleiner Platiklöffel versenkt – WTF?! Zum Eis gabs es auch ungefragt einen Plastiklöffel. Warum denn das, wenn doch auch normale Löffel vorhanden sind. Meine Eisschokolade kam dann leider auch im Plastikbecher- grrr – hätte ich das vorher gewusst, hätte ich wohl auch lieber einen normalen Kaffee genommen. Dann will die Dame einen großes Platiklöffel in die Eisschokolade, stecken, ich sage, den brauchte ich nicht, bekomme ihn aber trotzdem.. HMPF. Muss man wohl echt alles beim Bestellen direkt sagen was man wie haben möchte oder vorher fragen, wie jedes einzelne Teil serviert wird.
    Beim Flafel essen in house wollte ich eine Gabel haben. Hier wurde mir zuerst auch eine Plastikgabel angeboten, zu der ich meinte, „nee dann doch nicht“, dann gabs es plötzlich richtiges Besteck – warum denn nicht gleich so, es geht doch^^

    Zu deiner Situation sei nochmal gesagt, ja es ist in unserer Gesellschaft schwer komplett auf umweltfreundlichen Konsum umzusteigen. Das ist finanziell und zeitlich nahezu unmöglich. Aber wenn jeder Mensch nur einen Bruchteil von dem Engagement an den Tag bringen würde wie du, dann ginge es unserem Planeten schon sehr viel besser! Daher ist es also toll, dass es diesen Blog gibt mit verschiedensten Denkanstössen und Hinweisen auf ein umweltfreundlicheres und auch gesünderes Leben, weiter so! 🙂

    1. Maiks lila Netz ist perfekt!

      Zur Brötchentüte mit Plastik-Sichtfenster hab ich mal nachgeschaut und stieß auf diese Seite:
      https://www.to-go-verpackungen.de/broetchentueten

      2-4 Cent kostet da sowas im Einkauf!! Dieselbe Website hat aber auch neue Produkte wie Geschirr aus Palmblatt. Wenn man dem nachgeht, kann man u.a. dies finden:
      https://www.to-go-verpackungen.de/neue-produkte

      Und dort tut sich mir eine ganz neue Welt auf, die auch – materialbedingt – ihr eigenes, ganz neues Design mitbringt. Dabei fällt mir ein, dass ich das neulich doch schon mal gesehen habe. Aber ich war dabei an einem anderen Problem hängengeblieben und achtete nicht so auf die Palmblatt-Unterlage:
      In einem Berliner Museum erholte ich mich gerade von der Kunst, als meine Begleiterin dort ein hauchzartes Stück Philadelphia-Torte bestellte. Auf so einem Palmblatt serviert! Essen musste sie diese Köstlichkeit mit einer Holzgabel, die den Genuss dieser kühlen Konsistenz komplett verdarb!!

      Aber es gibt doch Plastikbesteck, das sich „biobasiert“ nennt: mit 60% Biokunststoff:
      https://www.kaufdichgruen.de/einwegbesteck-papierservietten?p=1

      Wenn ich mal rausgefunden habe, wie „biobasiert“ gemeint und gemacht ist, melde ich mich wieder. Bis dahin: Tschüs!

      1. Liebe ub,
        diese „biobasierten“ Bestecke sind wohl aus pflanzlicher Stärke hergestellt, die praktischerweise kompostierbar ist! ❤ Sie verursachen außerdem angenehmerweise viel weniger CO2 als Kunststoffe aus Erdöl.
        Tolle Erfindung, sie sehen genau aus wie Plastik. Darin sehe ich auch das einzige Problem: man kann sie nicht unterscheiden. Also wie sollen Sortierer/Sortieranlagen das dann können? Wenn man sie nicht auf den eignen Kompost tut, könnte es sein, dass sie einfach dem Plastikmüll zugeordnet werden… Hier fehlt evtl noch eine deutliche Markierung à la "GRÜN".

        Nur wie kommst du auf die Zahl 60 % Biokunststoff? Ich lese bei kaufdichgruen 100 % :
        "Bio Plastikgabeln sind eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Gabeln aus Plastik, denn sie bestehen zu 100 % aus CPLA Biokunststoff".

        Zu der Holzgabel im Philadelphia: die könnten auch noch praktischer Metallbesteck im Museum anbieten.

      2. Danke für Deine Ergänzung und Deinen Einwand, Sophie.
        Es sind einfach zwei verschiedene Produkte von kaufdichgruen, die wir beschrieben haben:
        „biobasiertes Plastikbesteck“, sagen sie dort, „wird zu 60 % aus dem Biokunststoff Plastarch Material, kurz PSM, hergestellt. PSM basiert auf Maisstärke hergestellt. Durch den hohen Anteil PSM verursacht die Herstellung des Plastikbestecks weniger CO2 Ausstoß. Es ist OK biobasiert zertifiziert.“ Kostet pro Stück stolze 7 Cent, ist flexibler als das
        „Bio Besteck“, das ich angesprochen hatte. Dieses kostet sogar 10 Cent/Stück!

        Eine Museumsgastronomie, die bisher e i n e n Angestellten für einen ganzen Selbstbedienungs-Kaffegarten beschäftigt, braucht nicht lange zu überlegen, welches Besteck und welche Teller sie nimmt. Denn Metallbesteck würde eine weitere Arbeitskraft erfordern, die die Tische ab- und die Spülmaschine ein- und ausräumt. Egal, ob die Bio- opder biobasierte Gabel 2 oder 10 Cent kostet – es kommen bei 400 Gabeln/Tag nur zwischen 28 und 40 €/Tag zusammen. Billiger als eine Spülkraft zumn Mindestlohn jedenfalls, sogar dann, wenn man die Müllabfuhr mitrechnet.

        Zur Rechtfertigung aber, warum es diesen Blog gibt, will ich auch mal ganz laut sagen:
        Ich verdanke ihm, auf so wichtige Quellen wie diese gestoßen zu sein:

        Das Bundesumweltamt hat sich 2009 über „Biologisch abbaubare Kunststoffe in einem lesenswerten Text geäußert, den man hier downloaden kann:

        https://www.umweltbundesamt.de/themen/tueten-aus-bioplastik-sind-keine-alternative.
        und drei Studenten der TU Berlin dagegen:
        https://projektbiokunststoff.wordpress.com/2017/02/07/fazit-wie-nachhaltig-sind-biokunststoffe-wirklich/

        Hier kann man sehen, zwischen welchen Fronten sich dieser Blog bewegt.
        Es wäre tolllll, wenn jemand mal einen Beitrag schreiben könnte, der das analysiert.

      3. Dankeschön für die Infos und die spannenden Artikel! Da habe ich gleich einige Gedanken und Einwände zu, melde mich gleich zurück, wenn Zeit ist!

Was denkst du darüber?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.