Der mitgebrachte Veganer-Brunch

Heute war ich auf einem veganen Mitbring-Brunch. Klingt erst mal nicht so bequem, dass man selbst Essen mitbringen soll und einige wüssten jetzt auch nicht, was, außer Salat?

Es war aber toll, und ich habe Kuchen mitgebracht, den ich zu zweit am Tag vorher gebacken hatte. Das macht schon um einiges mehr Spaß, als allein „für irgendwelche Leute“ Essen vorzubereiten. ^.^ Ich hatte außerdem zwei Freunden Bescheid gesagt, die auch pünktlich vor Ort waren: im Gewölbekeller der alten Stadtmauer Jenas. Vielleicht gibt es noch mehr Keller unter der Mauer, aber dieser hier ist jedenfalls „der“ Gewölbekeller und offen für Veranstaltungen. Pünktlich war leider nur meine Weimarer Freundin, denn ich hatte vergessen mir einen Wecker zu stellen. So wachte ich ausgeruht, aber mit schlechtem Gewissen, um 11:15 Uhr am Sonntagvormittag auf.

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Als ich um 12 mit meinem Apfelkuchen dort ankam schien draußen aus allen Löchern eine wärmende Sonne vom strahlend blauen Himmelszelt. Lufttemperatur -14 (in Worten: MINUS vierzehn) Grad Celsius. Da war es im Keller gute 35 Grad wärmer…

Überall saßen animiert quatschende (bzw. wichtige Gespräche führende) Menschen, aßen sich durch bunte Speisen, besuchten das lange Buffet und lernten sich über die Tische hinweg kennen. Ich fand meine Freunde jedoch erst mal mich noch nicht mit all den bunten Speisen zurecht: Kichererbse-irgendwas-Mus neben dunkel kupfernem Smoothie, veganer Schokocreme (leer gekratzt), Nudelsalat, veganes Hack (Hackvleisch. In der veganen Welt dürfen käufliche Produkte nicht „Fleisch“ oder „Wurst“ heißen, weshalb oft Buchstaben passend ersetzt werden. Und dann heißt das eben privat auch so.), Kaffee, Haferdrink, Aufstriche, Brötchen …

 

Ich schnitt mein kleines rundes arabisches Brot in der Mitte durch und belud es mit allem, was mir appetitlich erschien. Den Hafer-Schoko-Gemüse Drink und einen halben Becher Kaffee ließ ich mir abwechselnd schmecken. Jaa, der Drink war abenteuerlich! Erst lecker, dann seltsam, dann irgendwie kernig, dann doch wieder hafersüß. Ich werde den vielleicht mal einfach mit Kakaopulver und evtl. etwas Vanille oder Zimt anrühren, das müsste mit der süßlichen Hafernote ganz gut passen 🙂

Die Gespräche drehten sich um alles und ums Leben: „(B)isst du vegan? Ich bin durch Zufall hier.“ „Wie hast du vom Brunch gehört?“ –  „Ach, du bist bei Foodsharing, wie läuft das?“ „Was ist denn diese Frucht?“ „…und was hat ER dann gesagt?“

Alles sehr angenehm gewesen. Ein paar Leute sprangen mit ProVeg T-Shirts durch den Raum, denn sie hatten den Brunch organisiert. Die Gruppe hat das Vorbereiten und all das Abwaschen und Aufräumen super gemacht und Teilnehmer haben auch mitgeholfen. Das schien alles leicht und locker zu funktionieren, obwohl es am Tag des Brunches noch eine Raumänderung gegeben hatte. Der Einladung zum Treffen zu kommen werde ich demnächst daher gern folgen. Veganes Leben ist einfach so viel „humaner“ (mangels eines Wortes im Deutschen) gegenüber den „Nutztieren“, dass ich gar nicht anders kann, als die Ernährungweise in Ermangelung eines besseren Wortes anständig zu heißen.

 

Meine Gedanken zu veganen Speisen und Leben:

Find ich gut! Argumente dagegen, wie Fehlernährung, Verzicht und Doktrin bzw. ein Vorschreiben der Ernährung sind doch zurückzuführen auf zu wenig Information, dem Fehlen von nahr- und schmackhaften Alternativen und natürlich einem großen Fehler: Menschen unter Druck zu setzen, damit sie sich umweltbewusster verhalten. Das funktioniert doch nie und nimmer. Bildung und Information sowie eine positive Haltung zu ressourcenschonendem, umweltneutralem Leben halte ich für sehr viel sinnvoller.

Sobald man weiß, wie Nahrung hergestellt wurde und die Folgen des Anbaus, der Zucht und der für Menschen oder Umwelt schädlichen Produktionsweise von Nahrungsmitteln kennt, wird einem die Bedeutung welt-freundlichen Handelns klar. Welt-freundlich nutze ich als Beschreibung für ein Handeln bei dem weder Menschen ausgebeutet noch Lebewesen gequält oder die Umgebung verschmutzt/ zerstört wird. Natürlich gibt es genauso VEGANE Produkte, die menschenverachtend oder tier- und umweltzerstörend hergestellt werden! Bei Bioprodukten sollte das nicht der Fall sein! Aber gesundes Quinoa aus Südamerika einzufliegen ist ungesund für unsere Atemluft. Billiges Gemüse aus Osteuropa ist teuer für unsere Bauern. Etc, pp, ihr versteht das Problem. Ich bin Wholist – ich beachte gern das ganze Bild, die Vor- und Nachteile in allen Bezügen.

Wie bei allem ist es also beim Lebensmittel-Einkauf wichtig, die Augen auf zu halten und sich auch mal selbst zu informieren. Dann kann man begründet Entscheiden, was man konsumiert, den leider erledigen das weder Politik noch Super/Markt (auch nur ansatzweise 😦 ) für uns. Zurück zum Brunchen! Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich jetzt auch das leckere Kichererbsen-Mus machen will und kräftiges Chili-Hummus. So, ich geh mal kochen 🙂

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