My yellow basket

My yellow basket…

A tisket a tasket, I miss my yellow basket! Teilt mir Ella Fitzgerald in einer aufgeregten, aber auch sehr engagierten Stimme mit. Jaa, man muss engagiert hinterher sein, wenn der Gelbe Korb fehlt, in unserem Fall, die Gelbe Tonne.

Seit dem frischen neuen Jahr blitzt und blinkt solch eine schmucke Tonne in der Einfahrt eines jeden Hauses in der Kulturstadt Weimar. Nur vor unserem nicht. Wir 3 Sammelfritzen vom Dienst (3er-WG) stopften also 3 Wochen lang unseren gelben Sack in der Küche nach und nach bis zum Rand voll mit Wertstoffen, in der Hoffnung, dass wir doch noch die Gelegenheit bekämen, sie irgendwann korrekt loszuwerden. Doch als auch in Woche 4 noch keine Tonne auftaucht, sehe ich mich gezwungen, unangenehme Fragen zu stellen.

Die Nummer der Stadtwerke lässt sich leicht finden, ich werde weiterverbunden an die Kollegen von der Entsorgung. Eine hohe Stimme meldet sich, ich sage „Ausgeblendet-Straße 72! Wir haben keine Gelbe Tonne und die Wertsammelplätze sind abgeschafft. Können wir eine bekommen?“
„Doch Sie haben eine.“
„Nein, das ist das Problem“
„Doch. Schauen Sie mal nach“
„Ich bin mir ganz sicher, dass am Haus keine steht“
„Dann hat sie jemand verstellt. Jede Tonne hat eine Adresse drauf, zu welchem Haus sie gehört. Sie haben eine, Ihre Nachbarn in Nr. 74 haben sogar zwei!“

Noch mehr Tonnen hätten sie nicht, die müssten sie erst bestellen. Tun sie aber nicht, da wir ja schon eine bekommen hätten. Ich solle mal in der Umgebung schauen… Ich bedanke mich und beschließe zu suchen.
Ich nehme den Gelben Sack und stiefele die Treppen runter. Ich sehe sicher aus wie eine verspätete Weihnachtsfrau in meiner Kapuze mit einem Riesensack stinkender Geschenke. Vor unserem Haus steht keine Gelbe Tonne, also gehe ich zu den Nachbarn in der 74 hinüber und checke das Schild auf deren Gelber Tonne. „Ausgeblendet-Straße 72! PLZ Weimar“ Volltreffer!

Ich zögere, dann rolle ich die Tonne am Griff zu uns rüber. Ich stelle mir unweigerlich vor, gleich kommt Frau Nöller-Müller aus ihrer Haustür und schreit mir zu, was ich da mit ihrem Eigentum täte…

Aber nein, ich werde glücklich meinen Gelben Sack los und werfe aus Erleichterung noch ein paar mit Verpackungen gefüllte Säcke aus der Biotonne hinterher in die sonnige Tonne.

Die Nachbarn haben jetzt übrigens keine Gelben Tonnen mehr vor dem Haus, obwohl sie laut Stadtwerken noch zwei weitere haben müssten. Da ich die einzige Person in zwei Häusern war, der die fehlende Tonne aufgefallen ist, nehme ich aber an, dass sie das eventuell nicht weiter stören wird.

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